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Welche Abgabefristen gelten für Umsatzsteuer-Voranmeldung und der Umsatzsteuer-Jahreserklärung? Was ist bei der elektronischen Übermittlung zu beachten?

Als Unternehmer müssen Sie grundsätzlich monatlich oder vierteljährlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen auf elektronischem Weg an das Finanzamt übermitteln. Der Abgabezeitraum im laufenden Jahr bestimmt sich dabei regelmäßig nach der Höhe der Vorjahressteuer. Es gelten dabei u.a. folgende Regelungen:

  • Hat die Umsatzsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 7.500 € betragen, müssen Sie im laufenden Jahr monatlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben.
  • Hat die Vorjahressteuer nicht mehr als 1.000 € betragen, kann Sie das Finanzamt von der Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen befreien. In diesem Fall ist nur eine Jahreserklärung abzugeben.
  • Wenn sich für das vorangegangene Kalenderjahr ein Überschuss zu Ihren Gunsten von mehr als 7.500 € ergeben hat, können Sie an Stelle des Kalendervierteljahres den Kalendermonat als Voranmeldungszeitraum wählen.
  • Wenn Sie als Gründerin oder Gründer eines Unternehmens erstmalig eine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit aufnehmen, müssen Sie im Jahr der Unternehmensgründung und im folgenden Kalenderjahr monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben.

Sofern Sie von der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) Gebrauch machen, müssen Sie keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen übermitteln.

Die Voranmeldung muss spätestens am 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums (Vierteljahr, Monat) beim Finanzamt eingehen; gleichzeitig müssen Sie die selbst errechnete Steuer von sich aus bezahlen. Eine gesonderte Zahlungsaufforderung durch das Finanzamt erfolgt nicht.

Das Finanzamt kann auf Antrag die Frist für die Abgabe der Voranmeldungen und für die Entrichtung der Vorauszahlungen verlängern (sog. Dauerfristverlängerung). Soweit monatliche Voranmeldungen abzugeben sind, ist im Fall der Dauerfristverlängerung eine Sondervorauszahlung zu leisten.

Außerdem müssen Sie für das Kalenderjahr eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung an das Finanzamt übermitteln. Für Besteuerungszeiträume ab 2017 ist diese bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einzureichen. Für steuerlich beratene Steuerpflichtige gilt eine allgemeine Fristverlängerung bis zum 28./29.02. des übernächsten Jahres.

Sie müssen die Steuer sowohl in der Umsatzsteuer-Voranmeldung als auch in der Jahreserklärung selbst berechnen und unaufgefordert bezahlen. Aufgrund des Prinzips der Selbstanmeldung der Umsatzsteuer ergeht grundsätzlich kein gesonderter Bescheid. Das Finanzamt setzt die Steuer nur dann durch einen Steuerbescheid fest, wenn es von den erklärten Beträgen abweicht.

Für alle Erklärungen im Bereich der Umsatzsteuert gilt eine generelle Pflicht zur elektronischen Übermittlung. Sie müssen deshalb

  • die Umsatzsteuer-Voranmeldung,
  • den Antrag auf Dauerfristverlängerung/die Anmeldung der Sondervorauszahlung sowie
  • die Umsatzsteuererklärung

authentifiziert elektronisch an die Finanzverwaltung übermitteln.

Bitte beachten Sie, dass die elektronische Übermittlung zwingend authentifiziert erfolgen muss. Das dafür benötigte elektronische Zertifikat erhalten Sie auf der www.elster.de. Aus Sicherheitsgründen erfolgt die Registrierung in mehreren Schritten. Um eine fristgerechte Übermittlung der Voranmeldungen zu gewährleisten, wird angeraten, die Registrierung rechtzeitig vorzunehmen.

Nur in begründeten Härtefällen kann das zuständige Finanzamt ausnahmsweise auf die elektronische Übermittlung verzichten (§ 150 Abs. 8 der Abgabenordnung - AO - i.V. mit § 18 Abs. 1 Satz 2 UStG). Die Inanspruchnahme der Härtefallklausel muss beim Finanzamt schriftlich beantragt und begründet werden. Nur wenn diesem Antrag entsprochen wird, ist eine Übermittlung in Papierform zulässig.

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