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Was ist die sogenannte Kleinunternehmerregelung?

Die sogenannte Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) ist eine gesetzlich vorgesehene Vereinfachungsregelung für Unternehmen mit nur geringen Umsätzen, bei der auf die Erhebung der Umsatzsteuer verzichtet wird. Sie können die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, wenn ihr Gesamtumsatz (§ 19 Abs. 3 UStG) im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 € nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigen wird.

Falls Sie die unternehmerische Tätigkeit im Laufe des Kalenderjahres aufnehmen, gilt für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung die Umsatzgrenze von 17.500 €. In diesem Fall müssen Sie im Rahmen einer Prognose die zu erwartenden Umsätze für das Gründungsjahr schätzen. Zur Prüfung, ob die Grenze von 17.500 € im Gründungsjahr voraussichtlich eingehalten wird und damit die Kleinunternehmerregelung angewandt werden kann, ist die geschätzte Summe der Umsätze auf das volle Kalenderjahr hochzurechnen.

Beispiel
Die unternehmerische Tätigkeit wird am 10. Mai aufgenommen. Für den Zeitraum vom 10. Mai bis zum 31. Dezember rechnen Sie mit Bruttoeinnahmen (d.h. einschließlich Umsatzsteuer) in Höhe von 10.000 €.

Bei der Prüfung, ob die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden kann, müssen Sie den für die Monate Mai bis Dezember geschätzten Umsatz von 10.000 € auf einen Jahresgesamtumsatz hochrechnen. Dieser beträgt im vorliegenden Fall 15.000 € und ermittelt sich wie folgt: 10.000 € / 8 Monate (Mai - Dezember) x 12 Monate. Da die Grenze von 17.500 € im Eröffnungsjahr nicht überschritten wird, können Sie die Kleinunternehmerregelung anwenden.

Die Kleinunternehmerregelung hat zur Folge, dass keine Umsatzsteuer von Ihnen erhoben wird. Wegen der Nichterhebung der Umsatzsteuer können Sie jedoch im Gegenzug auch keinen Vorsteuerabzug für bezogene Leistungen in Anspruch nehmen. Durch die Versagung des Vorsteuerabzugs kann sich die Kleinunternehmerregelung unter Umständen ungünstig auswirken. Das Gesetz räumt Ihnen daher die Möglichkeit ein, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten und die Besteuerung nach den allgemeinen Vorschriften zu wählen. In diesem Fall müssen Sie ihre Umsätze unabhängig von deren Höhe versteuern, erhalten dafür unter den weiteren Voraussetzungen des § 15 UStG aber den Vorsteuerabzug. An die Verzichtserklärung sind Sie 5 Jahre gebunden.

Hinweis

Als Kleinunternehmer dürfen Sie in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer gesondert ausweisen. Bei Kleinbetragsrechnungen nach § 33 UStDV gilt die Angabe des Steuersatzes als gesonderter Steuerausweis.
Beachten Sie dies nicht und weisen in Rechnungen die Steuer gesondert aus bzw. geben in Kleinbetragsrechnungen den Steuersatz an, führt dies dazu, dass die Folgen des § 14c Abs. 2 UStG (unberechtigter Steuerausweis) eintreten und Sie die Umsatzsteuer schulden. Ihre Rechnungsempfänger können die unberechtigt ausgewiesenen Steuerbeträge nicht als Vorsteuer abziehen.

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